Mitglied im Blasmusikverband Mittelbaden und im Bezirk Yburg-Windeck
Chronik des Vereins
Die Geschichte des Musikverein Sinzheim

Gründerkapelle im Jahre 1923 Die Gründerkapelle von 1923

Kapelle im Jahre 1927 Kapelle im Jahre 1927

Kapelle im Jahre 1953 Kapelle im Jahre 1953

Kapelle im Jahre 1963 Kapelle im Jahre 1963

Kapelle im Jahre 1973 Kapelle im Jahre 1973

Kapelle im Jahre 1998 Kapelle im Jahre 1998

Kapelle im Jahre 2005 Kapelle im Jahre 2005

Kapelle im Jahre 2009 Kapelle im Jahre 2009

Kapelle im Jahre 2013 Kapelle im Jahre 2013

Kapelle im Jahre 2016 Kapelle im Jahre 2016

Der Anfang war recht schwierig, denn bis in der Gemeinde Sinzheim sich eine Blasmusik bilden konnte, war ein weiter Weg zurückzulegen. Anfänge zeigten sich mehrmals, aber darüber hinaus kam man nie.

Zu den ersten ernsthaften Pionieren für die Blasmusik kann man ohne Zweifel August Walter (d'Musikgustel) von Müllhofen zählen, der mit seiner Frau, den Kindern und einigen Verwandten eine kleine Blaskapelle schuf, die bei ihren Auftritten große Beachtung fand. Im Hauptort setzte sich besonders Schuhmacher Karl Armbruster und Gregor Huck für die Gründung einer Musikkapelle ein. Aber alle Bemühungen haben die Anfangsjahre nicht überstanden.

Im Kriegjahr 1917 wurde in der katholischen Pfarrgemeinde ein Jungmännerverein gebildet, bei dem man ein besonderes Augenmerk auf die Pflege der Volksmusik legte. Aus diesem Verein schloss sich eine kleine Gruppe zu einer Pfeifer- und Trommlerabteilung (Spielmannszug) zusammen und eine andere Gruppe pflegte die Streichmusik. Im Jahre 1922 feierte der Jungmännerverein unter großer Beteiligung der Brudervereine aus dem mittelbadischen Raum seine Fahnenweihe. Unter den Gastvereinen waren auch die Vereine aus Karlsruhe Beiertheim und Daxlanden, die mit ihren vereinseigenen Blaskapellen vertreten waren. Kurz zuvor hatte deren Mitglied Walter Fritz aus Beiertheim bei Karl Armbruster eine Stelle als Schuhmacher gefunden. Angeregt durch dieses Beispiel, das die Kapellen mit ihren schmissigen Weisen gaben und das glückliche Zusammentreffen von Karl Armbruster und Walter Fritz, regte sich auch innerhalb des Männervereins der Gedanke, eine eigene Blaskapelle zu bilden.

Dieser Gedanke wurde Realität. Am 23. Mai 1923 bildete man unter der Federführung des Männervereins eine Abteilung Blasmusik. Mit jugendlichem Idealismus und großer Begeisterung stellte sich Walter Fritz als Ausbilder und Dirigent dem jungen Verein zur Verfügung. Beim Aufbau halfen die Vereine aus Beiertheim und Daxlanden tatkräftig mit, indem sie dem jungen Verein kostenlos einige Instrumente zur Verfügung stellten. Man kann sich vorstellen, welch großen Idealismus die jungen Männer damals aufbrachten, unmittelbar nach der Inflation weitere Instrumente anzuschaffen. Einen unschätzbaren Fürsprecher hatten die Männer in ihrem damaligen Präses Kaplan Beichert, der ihnen zusammen mit Walter Fritz in den schwierigen Anfangsstadien tatkräftig zur Seite stand. Als die Kapelle einigermaßen aufgebaut war, konnte man Steinbruchdirektor Friedrich Steibing als Dirigent gewinnen, unter dessen Leitung die Kapelle in ihrer Leistung stetige Fortschritte machen konnte und sich zu einem leistungsfähigen Klangkörper zusammenfügte.

In diesen Anfangsjahren wurden die Belange und die Führung der Kapelle von den jeweiligen Senioren des Gesellvereins mitbestimmt. Mit Adolf Blödt und Karl Armbruster hatte man in den 20er Jahren zwei gute Fürsprecher für die junge Blaskapelle. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges lagen die Geschicke und die Führung des Vereins in den Händen von Dirigent Steibing. Aus verschiedenen Gründen ließ sich die enge Verbindung an den Jugendverein nicht mehr aufrecht erhalten.

Am 1. Juli 1926 löste sich bei einer Gründungsversammlung im Hotel Strack (Bahnhofhotel) die Kapelle vom Jungmännerverein und fungierte unter dem Namen Feuerwehrkapelle als selbständiger Verein weiter, dessen Auftritte bei kirchlichen und weltlichen Anlässen nicht mehr wegzudenken war. Auch an auswärtigen Festlichkeiten beteiligte man sich sehr rege und errang sich dadurch außerhalb der Gemeinde einen sehr guten Namen und großes Ansehen.

Und dann kam für den Verein das unheilvolle Jahr 1939. Mit ihm kam das Verhängnis nicht nur über Völker und Staaten, sondern auch über das kulturelle Leben in unserer Gemeinde. Die Musiker wurden einer nach dem anderen zum Kriegsdienst einberufen, somit verstummten auf Jahre die Instrumente. Aber schon kurz nach Kriegsende regte sich der alte Musikergeist wieder. Mit Genehmigung der französischen Militärregierung trafen sich am 24. Juli 1946 im Gasthaus zur Krone einige musikbegeisterte Männer, um die alte Musikvereinigung wieder ins Leben zu rufen. Für die musikalische Leitung stellte sich wieder der beliebte Friedrich Steibing zur Verfügung. Die Vereinsführung übernahm Wilhelm Vogel (d'Lichtmann).

Am 20. Dezember 1949 war dann eine konstituierende Versammlung, bei der man den Kfz-Meister Eugen Seiler als 1. Vorstand dem Verein den heutigen Namen "Musikerverein Sinzheim" gab. Um den Verein rechtlich abzusichern, erfolgte am 10. März 1963 eine Eintragung in das Vereinsregister. Unter der Stabführung von Karl Volz aus Steinbach, der den Verein am 24. August 1949 übernahm, begann das musikalische Leben in unserer Gemeinde einen neuen fruchtbaren Fortgang. 1952 wählten die Vereinsmitglieder den Korbmachermeister Alois Huck zum Vorsitzenden. Der "Messner Alois" setze sich mit viel Tatkraft für den Aufbau und die Stärkung des Vereins ein. Ebenfalls im Jahre 1952 übernahm Gustav Hauf aus Baden-Baden den Taktstock und legte in den fünf Jahren seiner Dirigententätigkeit mit viel Umsicht die ersten Grundsteine für einen beständigen Leistungsanstieg der Kapelle.

Hans Häßlein vom SWF trat im Jahr 1958 die Nachfolge von Gustav Hauf an. Mit Häßlein hatte der Verein einen Dirigenten gewonnen, dessen Wirken den Aufstieg der Kapelle in die Oberstufe ermöglichte. Im August 1969 mussten die Musiker ihren bewährten Leiter auf seinem letzten Gang begleiten.

Nachdem Alois Huck im Herbst 1958 den Vorstandsposten ablehnte, übernahm trotz angeschlagener Gesundheit Eugen Seiler nochmals die Leitung des Musikvereins bis zu seinem Tod im November 1962. Bei der Generalversammlung im Frühjahr 1963 wurde dann Willi Kopf einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Willi Kopf war für 30 Jahre der Leiter des Vereins, dem er erfolgreich vorstand und dessen Musikerschar er zusammenhielt. Willi Kopf führte den Musikverein zu beachtlichem Ansehen. Unter seiner Führung konnte sich die Musikerzahl um das doppelte vergrößern. In seiner Ära wechselten vier Dirigenten den Verein.

Auch Josef Zweckerl, der sich als Nachfolger für Häßlein zur Verfügung stellte, wurde der Dirigentenstab durch einen plötzlichen Tod nach einem knappen Jahr wieder aus der Hand genommen. Seit März 1971 stand Roderich Thiem als Dirigent im Dienste des Musikvereins. Thiem verstand es mit modernen Kompositionen besonders die Jugend für die Blasmusik zu begeistern. Er leitete die Kapelle bis zum Sommer 1974. Am 9. Juli des gleichen Jahres übernahm der relativ junge SWF Musiker Dieter Baran die Leitung der Kapelle. Mit seinem Berliner Temperament verstand es Baran die Kapelle zu enormer Leistung zu animieren. Auf eigenen Wunsch trennte sich Dieter Baran im Jahre 1978 vom Musikverein.

Ein wahrer Glücksgriff gelang der Vereinsführung mit der Verpflichtung von Herbert Beyer, der ebenfalls als Berufsmusiker beim SWF tätig ist, zum neuen Dirigenten. Am 1. August 1978 übergab ihm der Vorsitzende Willi Kopf den Dirigentenstab. Mit Herbert Beyer übernahm ein erfahrener Musiker und ein dynamischer Leiter die musikalische Leitung. Dank des von ihm geförderten Stils, sowie nicht zuletzt unserer Zeit gerecht werdender Musikstücke, hat sich die Kapelle der Entwicklung unserer Zeit angepasst. Mit Herbert Beyer konnte die Kapelle zum Auftakt ihres 60jährigen Vereinsbestehens bei einem Wertungsspiel in der Oberstufe einen hervorragenden 1. Platz erringen, was vom hohen Niveau der Kapelle zeugt.

Im Jahre1992 gab der "Kopfe Willi" seinen Vorsitz ab. Um seine großen Verdienste um den Verein zu würdigen, ernannte man ihn zum Ehrenvorsitzenden. Für Willi Kopf konnte man nach langem Suchen Dr. Gerhard Himmerich für die Vereinsführung gewinnen, die er nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen wieder abgab. Sein Stellvertreter, Hans Walter erklärte sich bereit, den Verein weiterzuführen. Am 5. Juli 1997 wählte man ihn zum neuen Vorsitzenden des Musikvereins.

1998 war das Jubiläumsjahr 75 Jahre Musikverein Sinzheim. Mit einem dreitägigen Zeltfest mit Programm für jung und alt feierte der Musikverein. Der Höhepunkt des Festes war "Das Konzert" mit den Musikvereinen Haueneberstein und Sinzheim sowie Musikern des Südwestfunk Sinfonieorchester unter der Leitung von Herbert Beyer. An diesem Abend wurden konzertante Stücke aus vergangener Zeit aufgeführt.

Bei der Generalversammlung 2002 trat der Vorsitzende Hans Walter nach eigenem Wunsch nicht mehr zur Wiederwahl an, als sein Nachfolger wurde der zu der Zeit noch aktive Musiker Uwe Schnurr gewählt.

Am Frühjahrskonzert 2003 wurde Herbert Beyer's 25-jähriges Jubiläum als Dirigent des Musikverein Sinzheim gefeiert. Er verstand es, die Kapelle mit musikalischem Können und menschlichem Miteinander jedes Jahr ein Stückchen weiter zu bringen. Im März 2004 verstarb Herbert Beyer, er hinterließ eine große Lücke. Dank Norbert Huber konnten die Auftritte, einschließlich das Frühjahrskonzert 2004 bestritten werden. Man machte sich auf die Suche nach einem Dirigenten, der die Richtung von Herbert Beyer beibehalten, jedoch auch frischen Wind in die Kapelle bringen sollte. Mit Stefan Grefig, dessen erster Auftritt mit dem Musikverein Sinzheim das Benefizkonzert die "Sternenreise 2004" in der Kirche St. Martin war, fand man einen jungen, dynamischen Dirigenten.

Schon bald zeigte sich, dass dem Musikverein Sinzheim mit Stefan Grefig ein wahrer Glücksgriff gelungen war. Seine zielgerichtete Art, jeden einzelnen im Orchester anzuspornen, führte dazu, dass der Verein eine weitere Leistungssteigerung erfuhr. Die Konzerte und sonstigen Auftritte ernteten ein ausgezeichnetes Lob. Mitte 2005 konnte Simon Huck, ein Eigengewächs des MV Sinzheim, nach der im Spätjahr 2004 bestandenen C-3-Prüfung als Vizedirigent gewonnen werden. (Vita siehe unter "Dirigenten").

Im Frühjahr 2008 stellte sich der bisherige Vorsitzende Uwe Schnurr aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Nach intensiver Suche konnte Alois Huck (Sohn des 1958 ausgeschiedenen Vorsitzenden) als Nachfolger gewonnen werden. Seit 21. Juni 2008 ist er Vorsitzender und leitet zusammen mit der Vorstandschaft (siehe Vorstandschaft) den Verein. Ein wahres Highlight für den Verein war im Mai 2009 die Teilnahme an einem Wertungsspiel im hessischen Bad Schwalbach. Nach wochenlanger intensiver Probenarbeit hatte Stefan Grefig die Musikerinnen und Musiker zu Höchstleistungen motiviert. Der Lohn blieb nicht aus: Mit 97,3 von 100 möglichen Punkten errang der Verein in der Kategorie "Oberstufe" das beste Ergebnis von 20 Teilnehmern. (siehe Presseartikel vom 03.06.2009).

2012 wurde ein neues Jugendkonzept eingeführt. Durch die seit 2011 jährlich organisierten Altmetallsammlungen war dazu die finanzielle Basis geschaffen worden. Nach Trommelkursen, vor allem für Kinder ab sechs Jahren konnte im Januar 2014 die Bläserklasse mit 15 Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren starten.

Nach sechs Jahren Vorstandstätigkeit stellte sich Alois Huck bei der Jahreshauptversammlung am 11.7.2014 nicht mehr als Vorstand zur Verfügung. Mit Ralf Schmidt, der seit 1981 aktiver Musiker ist und seit gut 25 Jahren der Vorstandschaft angehört, konnte ein adäquater Nachfolger gefunden werden (siehe Presseartikel vom 14.07.2014).

Mit der hervorragend geleiteten Jugendkapelle (siehe Jugend) sowie einem auf hohem Niveau angesiedelten Blasorchester, einem großen Mitgliederkreis und einer Mannschaft, die an einem Strang in die gleiche Richtung zieht, kann der Musikverein Sinzheim voll Vertrauen in die Zukuft blicken und auch weiterhin einen guten Teil im kulturellen Leben der Gemeinde Sinzhem mittragen.

Im September 2014 teilte Dirigent Stefan Grefig, der im Dezember 2004 mit dem „Sternenreise“- Konzert sein Debüt gegeben hatte, dem Verein mit, dass es ihm seine berufliche Laufbahn nicht mehr ermöglicht, den Musikverein Sinzheim weiter zu leiten. Er hat die Stelle als Chefdirigent des Rhein-Pfälzischen Landespolizeiorchesters in Mainz übernommen. Zehn Jahre war Stefan Grefig für den Musikverein Sinzheim ein wahrer Segen. Als Berufsdirigent hat er es hervorragend verstanden, mit viel Engagement und Enthusiasmus dem Orchester seinen persönlichen „Stempel aufzudrücken“ und es zu Höchstleistungen anzuspornen. Wie sein „Einstieg“ endete auch sein Abschied: Mit einem Konzert in der vollbesetzten Pfarrkirche. Es war ein Konzert und ein Abschied der Emotionen (siehe Presseartikel vom 25.11.2014).

Nach dem Konzert verabschiedeten sich die Musiker, ehemalige Musiker und zahlreiche Gäste mit bewegten Gefühlen von Stefan Grefig im Bürgersaal des Rathauses. Auch hier musste so mancher „eine Träne verdrücken“. „Man geht niemals so ganz“, hatte Stefan Grefig beim Konzert verkündet. Und dies wünschten sich, verbunden mit besten Wünschen für seinen beruflichen Werdegang, alle Musikerinnen und Musiker sowie die drei Vorstände Uwe Schnurr, Alois Huck und Ralf Schmidt, die in der „Grefig-Zeit“ dem Verein vorstanden bzw. vorstehen.

In der Vakanz leitete der Vizedirigent Simon Huck den Verein und dirigierte am 4. Januar 2015 das Neujahrskonzert, das er mit dem Orchester eingeübt hatte. Simon Huck bewarb sich zusammen mit weiteren Interessierten um die Nachfolge von Stefan Grefig und in einer von 48 Musikern besuchten Versammlung wurde er in geheimer Wahl von einer großen Mehrheit als Dirigent gewählt. (siehe Presseartikel vom 26.03.2015).

Stand: 31.03.2015

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